Wir in Bayern | Rezept: Gefüllter Osterfladenkranz | BR.de

Wir in Bayern | Rezept: Gefüllter Osterfladenkranz | BR.de

Der gefüllte Osterfladenkranz gehört zu den traditionellen Backwaren, die in Bayern zur Osterzeit auf keinem Festtagstisch fehlen dürfen. Dieser prächtige Hefekranz vereint butterweichen Teig mit einer aromatischen Füllung aus Marzipan, Trockenfrüchten und Gewürzen. Die kunstvolle Flechtform macht ihn zum optischen Highlight jeder Ostertafel. Während in vielen Regionen schlichte Osterzöpfe gebacken werden, setzt Bayern mit diesem gefüllten Kranz ein besonderes Zeichen handwerklicher Backkunst. Die Zubereitung erfordert zwar etwas Zeit und Geduld, doch das Ergebnis überzeugt selbst kritische Genießer. Mit dieser detaillierten Anleitung gelingt der Osterfladenkranz auch weniger erfahrenen Bäckern problemlos.

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moyen

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Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1.

Das Mehl in eine große Schüssel sieben und in die Mitte eine Mulde drücken. Die frische Hefe hineinbröckeln, einen Teelöffel Zucker darüberstreuen und mit etwa 50 ml lauwarmer Milch verrühren. Diesen Vorteig, also die erste Hefemischung zum Aktivieren der Hefe, mit etwas Mehl vom Rand bestäuben und zugedeckt 15 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.

2.

Die weiche Butter, den restlichen Zucker, die Eier, das Salz, die Zitronenschale und die übrige lauwarme Milch zum Vorteig geben. Mit den Knethaken der Küchenmaschine oder von Hand etwa 8 bis 10 Minuten zu einem geschmeidigen, glänzenden Hefeteig verarbeiten. Der Teig sollte sich vom Schüsselrand lösen. Zugedeckt an einem warmen Ort etwa 60 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.

3.

Während der Teig ruht, die Füllung vorbereiten. Die Marzipanrohmasse mit einer Gabel zerdrücken und mit den gemahlenen Mandeln vermischen. Die Rosinen und die gehackten getrockneten Aprikosen hinzufügen. Zimt und Kardamom unterrühren, bis eine gleichmäßige Masse entsteht. Falls die Mischung zu fest ist, einen Esslöffel Milch hinzufügen.

4.

Den gegangenen Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche nochmals kurz durchkneten und zu einem Rechteck von etwa 40 × 30 cm ausrollen. Die Marzipanfüllung gleichmäßig auf dem Teig verteilen, dabei ringsum einen Rand von etwa 2 cm frei lassen. Den Teig von der langen Seite her fest aufrollen und die Naht gut andrücken.

5.

Die Teigrolle mit einem scharfen Messer der Länge nach halbieren, sodass die Füllung sichtbar wird. Die beiden Hälften mit der Schnittfläche nach oben nebeneinanderlegen und an einem Ende zusammendrücken. Nun die beiden Stränge umeinander flechten, indem man sie abwechselnd übereinanderlegt. Diese Flechtung, also das dekorative Ineinanderlegen der Teigstränge, sorgt für die typische Optik des Kranzes.

6.

Den geflochtenen Strang vorsichtig zu einem Kranz formen und die Enden fest miteinander verbinden. Den Kranz auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, mit einem Küchentuch abdecken und weitere 30 Minuten gehen lassen. Den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.

7.

Den Osterfladenkranz im vorgeheizten Ofen auf mittlerer Schiene etwa 30 bis 35 Minuten goldbraun backen. Falls die Oberfläche zu dunkel wird, mit Alufolie abdecken. Der Kranz ist fertig, wenn er beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingt. Aus dem Ofen nehmen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.

8.

Für die Glasur den Puderzucker mit dem Zitronensaft verrühren, bis eine dickflüssige, glänzende Masse entsteht. Die Glasur gleichmäßig über den abgekühlten Kranz streichen und sofort mit Hagelzucker bestreuen, bevor die Glasur fest wird. Den Kranz vollständig trocknen lassen, bevor er angeschnitten wird.

Anna

Tipp vom Chefkoch

Um zu prüfen, ob die Hefe noch aktiv ist, sollte der Vorteig nach 15 Minuten deutlich Blasen werfen und leicht aufgegangen sein. Ist dies nicht der Fall, war die Hefe möglicherweise zu alt oder die Milch zu heiß.
Beim Flechten des Teigs unbedingt darauf achten, dass die Schnittflächen mit der Füllung nach oben zeigen, damit die schöne Marmorierung sichtbar bleibt.
Der Hefeteig mag es warm, aber nicht heiß. Eine ideale Gehtemperatur liegt bei etwa 28 bis 32 Grad. Ein leicht erwärmter Backofen oder die Nähe zur Heizung eignen sich perfekt.
Wer keine frische Hefe findet, kann auf Trockenhefe zurückgreifen. Ein Päckchen Trockenhefe (7 g) ersetzt etwa 20 g frische Hefe. Die Trockenhefe direkt zum Mehl geben, kein Vorteig nötig.
Die Rosinen vor der Verarbeitung in warmem Rum oder Orangensaft einweichen, das macht sie schön saftig und aromatisch. Gut abtropfen lassen, bevor sie zur Füllung gegeben werden.

Passende Getränke zum Osterfladenkranz

Zum süßen, würzigen Osterfladenkranz passt hervorragend ein milder Kaffee oder ein aromatischer Schwarztee mit Vanillenote. Wer es festlicher mag, serviert einen süßen Dessertwein wie einen deutschen Auslese-Riesling oder einen Muskateller, deren fruchtige Süße die Marzipannote unterstreicht. Für Kinder und alle, die keinen Alkohol mögen, eignet sich ein warmer Apfel-Zimt-Punsch oder ein Glas frisch gepresster Orangensaft. Die Säure der Orange bildet einen angenehmen Kontrast zur Süße des Gebäcks. An warmen Frühlingstagen schmeckt auch ein Holunderblütensirup mit Mineralwasser erfrischend dazu.

Zusätzliche Info

Der Osterfladenkranz, in Bayern auch Osterkranz oder Osterflade genannt, hat seinen Ursprung in der christlichen Tradition. Die Kreisform symbolisiert die Ewigkeit und die Auferstehung Christi. Bereits im Mittelalter wurden zu Ostern besondere Hefegebäcke gebacken, die mit Eiern, Butter und süßen Zutaten die Fastenzeit beendeten. In Bayern entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte die Tradition, den einfachen Hefezopf zu einem kunstvollen, gefüllten Kranz weiterzuentwickeln. Jede Region hat dabei ihre eigenen Varianten: Manche Bäcker verwenden Quarkfüllung, andere setzen auf Nussmasse oder Mohnpaste. Die Füllung mit Marzipan und Trockenfrüchten gilt als besonders festlich und wurde traditionell nur zu hohen Feiertagen verwendet. Heute ist der gefüllte Osterfladenkranz fester Bestandteil des bayerischen Osterbrauchs und wird gerne am Ostersonntag zum Frühstück oder zur Kaffeetafel gereicht. In vielen Familien wird das Rezept von Generation zu Generation weitergegeben, wobei jede Familie ihre ganz persönlichen Geheimnisse und Abwandlungen pflegt.

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